John „Jock” Stein und James „Jimmy“ Johnstone

Celtic’s greatest ever Team

Biografie Jimmy Johnstone
Geboren am: 30.9.1944 in Viewpark
(Schottland)
Gestorben am: 13.3.2006 in Uddingston
(Schottland)
Grabstätte: Bellshill (Vorort von Glasgow)
Bothwell Park Cemetery
New Edinburgh Road
Sektor T am linken äußeren Rand des
Friedhofes
Stationen der Karriere als Spieler
Vereine: FC Celtic (1962-1975)
San Jose Earthquakes (1975)
Sheffield United (1975-1977)
FC Dundee (1977-1978)
FC Shelbourne (1977-1978)
FC Elgin City (1978-1979)
23 Länderspiele (1963-1974); 4 Tore
Sieger Europapokal der Landesmeister 1967
Schottischer Meister 1966, 1967, 1968, 1969,
1970, 1971, 1972, 1973, 1974,
Schottischer Pokalsieger 1965, 1967, 1969,
1971, 1974, 1975
Biografie Jock Stein
Geboren am: 5.10.1922 in Burnbank
(Schottland)
Gestorben am: 10.9.1985 in Cardiff (Wales)
Grabstätte: Glasgow
Linn Park Crematorium
413 Lainshaw Drive
Anonyme Bestattung im
Garden of Remembrance
(Garten der Erinnerung)
Hinter dem Haupteingang rechts
vor dem Krematorium
Stationen der Karriere als Trainer
Vereine: Dunfermline Athletic (1960-1964)
FC Hibernian Edinburgh (1964-1965)
FC Celtic (1965-1978)
Leeds United (1978)
Nationalmannschaft Schottland (1979-1985)
Europapokal der Landesmeister 1967
Schottischer Meister 1966, 1967, 1968, 1969,
1970, 1971, 1972, 1973, 1974, 1977
Schottischer Pokalsieger 1965, 1967, 1969,
1971, 1972, 1974, 1975, 1977

Nach den Jahren südeuropäischer Dominanz wehte 1967 im Europapokal der Landesmeister plötzlich ein rauer Wind aus den schottischen Highlands. Mit den knorrigen Abwehrrecken Gemmell, McNeill und Craig, dem Arbeitstier Murdoch im Mittelfeld und den Flügelstürmern Lennox und Johnstone stürmte der Celtic FC aus Glasgow als erstes Team von der Insel an die Spitze des europäischen Fußballs. Am Abend des 25. Mai 1967 schlugen die Schotten in Lissabon die hoch favorisierten Catenaccio-Künstler von Inter Mailand mit 2:1 und holten den Europapokal der Landesmeister. Die „Lisbon Lions“ waren geboren, und die herausragenden Persönlichkeiten waren Team-Manager Jock Stein, der Architekt der Mannschaft, und Jimmy Johnstone, sein „magician in chief “, sein Chef-Zauberer.

Und dieser Triumph gelang mit elf Spielern, die allesamt aus einem Umkreis von 30 Kilometern rund um Glasgow kamen, dieser Stadt, deren Clubs Celtic und Rangers eine religiöse und ethnische Rivalität pflegen, die im Fußball weltweit einzigartig ist. Ein Schotte muss sich nach seinem Glauben entscheiden: Entweder ist er als Katholik für Celtic oder als Protestant für die Rangers.

Die Anhänger des Lokalrivalen Glasgow Rangers sahen daher in Jock Stein die Inkarnation eines Kollaborateurs, denn er war als Protestant Trainer von Celtic, das so katholisch ist wie eine Außenstelle des Vatikans im puritanischen schottischen Hochland. Aber Celtic war toleranter als die Kollegen vom Ibrox-Park. Zwar wird bei der Verpflichtung von Spielern oder Trainern zunächst die Glaubensfrage gestellt, doch wenn es der sportlichen Sache dient, werden auch Protestanten genommen.

Jock Stein formte eine Celtic-Mannschaft, die die klassischen Tugenden schottischen Kampfgeistes und Wagemutes auslebte, aber auch neue taktische Systeme anwandte, die sich vom „kick and rush“ des Inselfußballs abkoppelten. Stein vermittelte den „Bhoys“ ein enormes Selbstbewusstsein und den Stolz, in der Tradition der irischen Einwanderer zu stehen, die diesen Club am 6. November 1887 in der St. Mary’s Church in der heutigen Forbes Street gegründet hatten. Entsprechend war ihr Auftritt im grün-weißen Trikot mit dem irischen Kleeblatt im Wappen. „Celtic-Trikots sind nicht für die Zweitbesten, sie schrumpfen nicht, damit schlechtere Spieler sie tragen dürfen.“ Mit diesem Statement schickte Stein sein Team in die Stadien hinaus. Helenio Herrera, bereits eine Legende und Trainer der unterlegenen Mannschaft von Inter Mailand im Europacup-Finale von Lissabon, konstatierte nach dem Spiel nüchtern und anerkennend: „Die Darbietung war voller Mut und Waghalsigkeit. Der Europacup ist in guten Händen.“

„Die Darbietung war voller Mut und Waghalsigkeit“

Jock Stein war ein Motivationskünstler wie all die anderen großen Trainer, die aus der schottischen Kohle- und Stahlregion Larnakshire in der Nähe von Glasgow stammten, man denke an Bill Shankly, Matt Busby und Alex Ferguson. Härte, Disziplin und die unbedingte Bereitschaft, bis an die äußersten Grenzen der Leistungsfähigkeit zu gehen, war ihr gemeinsames Credo und die Grundlage für ihre Erfolge. Dazu bedurfte es aber auch solcher Spieler, die diese Einstellung verinnerlichten und überdurchschnittliches Talent mitbrachten. So einer war Jimmy Johnstone, rothaarig, klein – er maß nur 1,67 m –, giftig, zäh, schnell und temperamentvoll. „Der „Floh“, wie sie ihn in Glasgow nannten, war der verlängerte Arm von Jock Stein auf dem Spielfeld und Team- Leader. Dribbelstark, dabei meist von rechts kommend, konnte er Abwehrreihen terrorisieren. Und das tat er in 515 Spielen für Celtic, in denen er 130 Tore erzielte.

Stein und Johnstone leiteten eine Siegesära ein, die es davor und danach in Schottland nicht mehr gegeben hat. Von 1966 bis 1974 präsentierte Jock Stein den Fans im Celtic Park neunmal hintereinander die Meistertrophäe, die dann kollektiv und inbrünstig ihren „Jock“ hochleben ließen: „He came down from Aberdeen, the truth to you I tell, he took over Celtic and gave the Rangers hell, he had the right ideas, he made the Celtic great, Big Jock, manager of Celtic.“ Nach dem Titelgewinn 1977 verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Clubführung und Teammanager. Jock Stein verließ Celtic und übernahm nach einem 45-Tage-Intermezzo bei Leeds United die „Bravehearts“, die schottische Nationalmannschaft.

Grabstätte von Jock Stein:
Glasgow, Linn Park Crematorium, 413 Lainshaw Drive Anonyme Bestattung im Garden of Remembrance (Garten der Erinnerung) Hinter dem Haupteingang rechts vor dem Krematorium.
Grabstätte von Jimmy Johnstone:
Bellshill (Vorort von Glasgow) Bothwell Park Cemetery, New Edinburgh Road, Sektor T am linken äußeren Rand des Friedhofes.

Die Schotten standen nach der Teilnahme an der Fußball-WM 1982 in Spanien erneut kurz vor der Qualifikation für die WM 1986 in Mexiko. Sie brauchten nur noch einen Punkt im letzten Spiel am 10.9.1985 in Cardiff gegen Wales. Bis zur 81. Minute führte Wales mit 1:0, als es Freistoß für Schottland gab. Kurz zuvor hatte Jock Stein den Stürmer David Cooper eingewechselt. Der führte den Freistoß aus und verwandelte zum 1:1, was zumindest Platz zwei in der Qualifikationsgruppe bedeutete und zu zwei Relegationsspielen gegen den Sieger der Ozeanien-Gruppe (Australien) reichen würde. Doch im Freudentaumel rund um die Trainerbank erlitt Jock Stein einen Herzinfarkt und verstarb noch im Stadion. Posthum bezwangen seine „Bravehearts“ die Australier in den beiden Relegationsspielen und nahmen an der Weltmeisterschaft 1986 teil.

Und auch Jimmy Johnstone starb früh. Im November 2001 wurde bei ihm ALS diagnostiziert, eine Nervenkrankheit, die fast immer innerhalb recht kurzer Zeit zum Tod führt. Jimmy stemmte sich der Krankheit entgegen und nutzte seine Popularität, die Öffentlichkeit über ALS aufzuklären und zu Spenden für den „Jimmy Johnstone Tribute Fund“ zu motivieren: „Es ist so wenig über diese Krankheit bekannt und was sie auslöst. Deshalb versuche ich Geld zu sammeln, um die Forschung zu unterstützen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu wecken.“ Höhepunkt seiner Öffentlichkeitsarbeit war die Neuaufnahme von „Dirty old town“, einem Song der Band „Simple Minds“, den er gemeinsam mit deren Sänger Jim Kerr aufnahm, um den Erlös seiner Stiftung zuzuführen. Als Erscheinungstermin war der 27. März 2006 geplant. Aber zwei Wochen vor der Veröffentlichung verstarb „Celtic’s greatest ever player“, zu dem Jimmy Johnstone 2002 von den Celtic-Fans gewählt worden war. Tausende von ihnen und auch viele Anhänger des Erzrivalen Glasgow Rangers kamen am 17. März in den Celtic Park, um Abschied von ihrem Jimmy zu nehmen. Wie das Schicksal es wollte, es war St. Patrick’s Day, der irische Nationalfeiertag.

Kurz nach Jock Steins Tod: Die schottischen Spieler Alan Rough (links) und Mo Johnstone freuen sich über das so bedeutungsvolle 1:1-Unentschieden in Wales am 10. September 1985. Assistenztrainer Alex Ferguson (rechts) realisiert den Tod seines gerade während des Spiels verstorbenen Mentors.

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